FAQ

Häufige Fragen zum Thema AED (Automatisierter Externer Defibrillator).

Was ist ein AED (Automatisierter Externer Defibrillator)?

Ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) ist ein medizinisches Gerät zur Behandlung von defibrillierbaren Herzrhythmusstörungen durch Abgabe von Stromstößen. Im Gegensatz zu Defibrillatoren aus dem Rettungs-dienst oder Kliniken sind AED`s wegen ihrer Bau- und Funktionsweise besonders für Laien und Ersthelfer geeignet, da eine Fehlanwendung ausgeschlossen ist.

In welcher Situation kommt ein AED zum Einsatz?

Ein AED muss sofort zum Einsatz kommen, wenn Sie eine Person finden die folgende Erkennungszeichen aufweist:

 

  • Bewusstlosigkeit (keine Reaktion auf Ansprache und Berührung)
  • Atmung nicht vorhanden / nicht feststellbar
  • Lebenszeichen nicht erkennbar (Bewegungen, Reaktionen, etc.)

Im allgemeinen spricht man hier vom sog. Herz-Kreislauf-Stillstand. Der Einsatz des AED muss dann schnellstmöglichst erfolgen, allerdings ist eine Herz-Lungen-Wiederbelebung ebenso enorm wichtig. Nur wenn beide Maßnahmen in Kombination schnellstmöglichst durchgeführt werden, besteht eine erhöhte Überlebenschance für die Betroffenen.

Was ist die Aufgabe eines AED?

In über 80 % aller Herz-Kreislauf-Stillstände liegt anfangs ein sog. Herzkammerflimmern (Störung in der Erregungsleitung des Herzens) vor. Statt gewöhnlich 60- bis 80-mal pro Minute versucht das Herz teilweise weit über 300-mal pro Minute zu schlagen, was mit einem sofortigen Stillstand des Blutkreislaufes im Körper verbunden ist! Ein Defibrillator (AED) kann dieses elektrische Chaos im Herzen durch gleichzeitige Stimulation (Anspannung) von mindestens 70 Prozent aller Herzmuskelzellen unterbrechen. Einfacher ausgedrückt führt der AED eine Art „Reset“ oder „Gleichrichtung“ des Herzens durch. Je früher eine Defibrillation erfolgt, um so höher ist die Überlebenswahrscheinlichkeit. Nach einer erfolgreichen Defibrillation kann das Herz wieder geordnet arbeiten!

Wer darf einen AED anwenden?

Ein AED kann und darf aufgrund seiner einfachen Anwendung von jedem bedient werden. Der Einsatz eines AED geschieht wie auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung im Rahmen des „rechtfertigenden Notstandes“ entsprechend §34 Strafgesetzbuch (StGB) und der mutmaßlichen Einwilligung des Betroffenen. Der Ersthelfer kann daher für die Anwendung eines AED strafrechtlich nicht belangt werden, sofern nicht die gebotene Sorgfaltspflicht verletzt.

Unterschied zwischen halb- und vollautomatischem AED?

Bei einem halbautomatischen AED muss durch den Anwender der Schock, nach erfolgter Freigabe durch das Gerät, mittels eines Tasten-/Knopfdruckes manuell ausgelöst werden.  Ein vollautomatischer Defibrillator verfügt über keine Taste zum Auslösen des Schocks. Hier wird der Schock, ebenfalls erst nach erfolgter Freigabe durch den AED, automatisch durch das Gerät abgegeben. Je nach Einsatzbereich kann dies die Hemmschwelle vor der Nutzung deutlich senken!

Was ist beim Aufkleben der Elektroden zu beachten?

Vor dem Aufkleben der Defibrillationselektroden sind folgende Punkte zu beachten:

  • Oberkörper vollständig entkleiden (BH entfernen)
  • Starke Brustbehaarung mittels Einmalrasierer an den Elektrodenpositionen entfernen
  • Einen feuchten oder schweißnassen Oberkörper kurz trocknen
  • Elektroden wie abgebildet auf den Oberkörper aufkleben

In der Regel ist bei allen AED`s das notwendige Zubehör (Kleiderschere, Einmalrasierer, etc.) im Lieferumfang enthalten.

Was muss bei Betroffenen mit Herzschrittmacher oder Schmerzpflastern beachtet werden?

Defibrillationselektroden sollten nach Möglichkeit nicht auf Stellen geklebt werden, bei denen sich ein Herzschrittmacher unter der Haut befindet oder ein Schmerzpflaster aufgeklebt ist. Bringen Sie in diesen Fällen die Elektrode unterhalb des Herzschrittmachers oder des Schmerzpflasters an. Pflaster können ggf. auch entfernt werden, wenn dadurch der zeitliche Ablauf nicht verzögert wird.

Kann versehentlich ein Schock abgegeben werden?

Nein!

Der AED analysiert nach dem Anlegen der Klebeelektroden automatisch den Herzrhythmus des Betroffenen. Wird ein defibrillierbarer Herzrhythmus (z.B. Herzkammerflimmern) erkannt, gibt der Defibrillator den notwendigen Schock frei! Liegt kein defibrillierbarer Herzrhythmus vor, erfolgt keine Schockfreigabe durch den AED, und somit ist es nicht möglich einen Schock abzugeben.

 

Kann ein AED bei Kindern angewendet werden?

Grundsätzlich sind AED`s für die Anwendung an Kindern und Erwachsenen > 8 Jahren (> 25 kg Körpergewicht) ausgelegt! Bei einigen AED-Modellen ist jedoch auch die Defibrillation von Kleinkindern < 8 Jahren (< 25 kg Körpergewicht) möglich. Dies erfolgt durch optional erhältliche Kinderelektroden/-adapter.

Auf was muss während der Schockabgabe geachtet werden?

AED arbeiten mit hohen Energien von bis zu 1500V und 10A. Daher ist beim Umgang mit einem AED die gleiche Sorgfaltspflicht notwendig wie im Umgang mit Strom und dessen Leitfähigkeit im Allgemeinen.

  • Achten Sie darauf, dass weder Sie noch etwaige Mithelfer den Betroffenen während der Schockabgabe berühren!
  • Die Anwendung auf feuchten Untergründen (z.B. Straße im Regen, Hallenbad) ist möglich, achten Sie jedoch darauf, dass Sie nicht direkt in einer Pfütze während der Schockabgabe stehen.
  • Eine Anwendung im Wasser ist strengstens verboten!

 

Welche Wartungen sind bei einem AED notwendig?

Automatisierte Externe Defibrillatoren unterliegen dem Medizin-Produkte-Gesetz (MPG) sowie der Medizin-Produkte-Betreiber-Verordnung (MPBetreibV). Demzufolge ist eine regelmäßige sicherheitstechnische Kontrolle (STK) durch den Hersteller notwendig.

Die überwiegende Mehrzahl der AED`s sind jedoch von dieser Pflicht befreit („wartungsfrei“), da die Geräte durch regelmäßige Selbsttests die Einsatzbereitschaft sicherstellen und den aktuellen Status über ein Display oder eine blinkende LED anzeigen. Festgestellte Probleme gibt der AED durch eine entsprechende Veränderung der Statusanzeige sowie einem akustischem Alarm wieder!

Die Wartungsfreiheit entbindet jedoch den Betreiber eines AED nicht davon, die Einsatzbereitschaft durch regelmäßige Sichtkontrollen (Haltbarkeit Batterie und Elektroden, Statusanzeige, etc.) sicherzustellen!

Batterien und Elektroden müssen in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden. Bzgl. der Haltbarkeit gibt es hier von AED zu AED jedoch teils sehr große Unterschiede! Bitte beachten Sie die entstehenden Folgekosten beim Kauf eines AED!

Wie sollen AED gelagert und gekennzeichnet werden?

AED sollen an zentralen Standorten (z.B. Ortsmitte in Gemeinden), Standorten mit hohem Personenverkehr (z.B. Empfangs-/Eingangsbereich) oder in Bereichen in denen ein erhöhtes Risiko (z.B. Fitnessstudio, Umspannwerk, etc.) für einen plötzlichen Herzstillstand bestehen aufbewahrt werden. Es muss gewährleistet sein, dass auch auf weitläufigem Betriebsgelände die Anwendung des AED im Notfall innerhalb kürzester Zeit (< 5 Minuten) möglich ist.

Als Aufbewahrungsmöglichkeit bieten sich gut zugängliche Wandschränke an, die je nach Ausführung evtl. auch einen Alarm beim Öffnen abgeben oder für den Outdooreinsatz ausgelegt sind. Für spezielle Fälle sind auch Wandschränke erhältlich, bei denen mit Öffnung automatisch ein Notruf abgesetzt wird.

Die AED sind mit dem Rettungszeichen E017 Automatisierter Externer Defibrillator zu kennzeichnen. Ferner sollten die Standorte der AED im Flucht- und Rettungsplan gekennzeichnet sein.

Kann jeder einen AED erwerben?

Grundsätzlich kann jeder einen AED erwerben. Bei der Nutzung wird allerdings zwischen Kommerziell (z.B. Arztpraxen, Firmen und Unternehmen, Behörden, öffentliche Einrichtungen, etc.) und Privat (z.B. Privatpersonen die einen AED für die Familie vorhalten) unterschieden. Kommerzielle Nutzer unterliegen dem Medizin-Produkte-Gesetz (MPG) sowie der Medizin-Produkte-Betreiber-Verordnung (MPBetreibV). Dies hat zur Folge, dass eine Erstinbetriebnahme sowie -einweisung durch den Hersteller vor Ort erfolgen muss, sowie ein Gerätebeauftragter geschult werden muss, der sich vor Ort um die Einsatzbereitschaft des AED kümmern muss.

Private Nutzer unterliegen dieser Verpflichtung nicht!

Auf was sollte beim Kauf eines AED geachtet werden?

Bei der Anschaffung eines AED sollten Sie neben den reinen Gerätepreisen folgende Punkte berücksichtigen:

 

  • Entspricht der AED den aktuellen Richtlinien nach ERC/AHA?
  • Welches Zubehör (Tasche, Notfallkit, etc.) ist im Gerätepreis enthalten?
  • Folgekosten für Elektroden, Batterien/Akku und Zubehör?
  • Datenaufzeichnung vorhanden?
  • Software zum Auslesen des AED vorhanden?
  • Regelmäßige kostenpflichtige Wartung (STK/MTK) durch Hersteller notwendig?
  • Besteht die Möglichkeit den AED mit einem Software-Update zu versehen?
Welche Schulungsmaßnahmen sind notwendig?

Durch den Erwerb eines AED unterliegt der Betreiber verschiedenen Gesetzen und Vorgaben durch Berufsgenossenschaften sowie Unfallversicherungsträgern. Nähere Informationen erhalten Sie unter der Rubrik „Rechtliche Hintergründe„. Wir bieten Ihnen auch alle notwendigen AED-Lehrgänge!