PLÖTZLICHER HERZTOD

Die (un)bekannte Gefahr

Kampf gegen die Todesursache Nr.1

 

In Deutschland sterben jährlich ca. 150.000 Menschen am plötzlichen Herztod (europaweit 300.000). Damit ist er die Todesursache Nummer eins – noch vor Krebserkrankungen oder einem Schlaganfall. Diese Zahl könnte deutlich niedriger sein, wenn u.a. öffentliche Einrichtungen, Sportvereine, Pflegedienste, Firmen, Bildungseinrichtungen oder Privathaushalte mit einem Automatischen Externen Defibrillator (PAD, AED, AS) ausgestattet werden.

Der plötzliche Herzstillstand führt innerhalb von Minuten zum Tod, wenn nicht durch eine sofortige Herz-Lungen-Wiederbelebung und den Einsatz eines AED (Automatisierter Externer Defibrillator) geholfen wird.

 

Übersicht Defibrillatoren

Todesfälle jährlich in Deutschland

Minuten entscheiden über Leben und Tod

Was ist der plötzliche Herzstillstand?

Bei einem plötzlichen Herzstillstand tritt zu Beginn in über 80% der Fälle das sog. Herzkammerflimmern auf. Hierbei handelt es sich  um eine Funktionsstörung des elektrischen Systems des Herzens. Ursachen hierfür können neben akuten Herzerkrankungen (z.B. Herzinfarkt) oder der Überbeanspruchung des Herzens beim Sport auch ein Stromschlag sein.

Das Herz beginnt plötzlich und unerwartet schnell zu schlagen (> 250 Schläge/Min.), ein rhythmischer Herzschlag ist dadurch nicht mehr möglich! Die Folge hiervon ist ein plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand wodurch der Betroffene nach wenigen Sekunden bereits bewusstlos zusammenbricht und die Atmung aussetzt. Es kann kein Transport von Blut und Sauerstoff mehr zu den lebenswichtigen Organen erfolgen, die Zellen des menschlichen Körpers beginnen dadurch abzusterben. Am empfindlichsten reagieren die Gehirnzellen auf den Sauerstoffmangel. Nach 3-5 Minuten ohne Maßnahmen setzen erste Gehirnschädigungen ein.

Zur Erstversorgung des Patienten gehört die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW). Doch sie alleine beseitigt das Herzkammerflimmern nicht. Erst durch die möglichst frühe Defibrillation, d.h. durch die Behandlung mit einem stromgeregelten Defibrillationsimpuls mittels eines sogenannten automatischen externen Defibrillators (AED), kann das Herzkammerflimmern effektiv beendet werden.

Herzkammerflimmern kann jeden unabhängig von Alter und Geschlecht zu jeder Zeit treffen!

10 Minuten entscheiden über Leben und Tod!

Die Überlebenschance eines Betroffenen mit Herzkammerflimmern sinkt nachweislich pro Minute um 10% – 12%! Nach 10 Minuten ist die Überlebenschance auf unter 10% gesunken! In Verbindung mit einer sofortigen Herz-Lungen-Wiederbelebung ist eine möglichst frühe Defibrillation die einzige Möglichkeit, das Herzkammerflimmern zu beenden und dadurch das Überleben des Betroffenen zu ermöglichen. Selbst in optimal versorgten Gebieten benötigt der Rettungsdienst jedoch min. 10-15 Minuten bis er beim Patienten eintrifft.

Der lebensrettende Schock kann daher nur rechtzeitig durch Ersthelfer und Laien erfolgen, wenn ein AED vor Ort vorgehalten wird!

Ziel der Defibrillation

Die Defibrillation hat zum Ziel, das Herzkammerflimmern in einen normalen Herzschlag zu überführen. Der Elektroschock, der bei der Defibrillation über zwei auf den Brustkorb des Patienten geklebten Elektroden verabreicht wird, bewirkt eine Gleichrichtung des flimmernden Herzens.

Je schneller ein elektrischer Schock durch einen Defibrillator abgegeben wird, desto größer ist die Chance, dass das Herz wieder normal schlägt. Gemeinsam mit der Herzdruckmassage hat das Opfer gute Überlebenschancen bis der Notarzt eintrifft.

Funktionsweise eines AED

AED (Automatisierter Externer Defibrillator) sind in der Handhabung einfach und haben nur wenige Bedienelemente. Zur Defibrillation werden zwei Flächenelektroden auf den Brustkorb fest aufgebracht. Alle durchzuführenden Schritte werden ab dem Aktivieren akustisch und optisch über Text- oder Piktogrammhinweise mitgeteilt.

Nach Aufkleben der Elektroden erfolgt automatisch eine EKG-Analyse durch das Gerät. Danach erhält man bei Vorliegen von Herzkammerflimmern die Aufforderung, durch Knopfdruck einen Elektroschock auszulösen, oder der Schock wird automatisch durch den AED abgegeben. Nach der Schockabgabe gibt das Gerät Anweisungen zum weiteren Vorgehen.

Die Entscheidung über die Notwendigkeit einer Defibrillation wird mittels modernster Medizintechnik vom AED übernommen, so dass sie auch von Ersthelfern, die über keinerlei EKG-Kenntnisse verfügen, einfach und sicher eingesetzt werden können.

Eine versehentliche oder falsche Schockabgabe durch den Anwender ist ausgeschlossen. Denn nur wenn der AED ein Herzkammerflimmern sicher erkannt hat, gibt er dem Anwender die Möglichkeit frei, durch Drücken einer Taste oder vollautomatisch den notwendigen Elektroschock an das flimmernde Herz abzugeben.